Austrian Times
Pflegefall nach Hooligan Attacke
Ein betrunkener irischer Hooligan hat eine ältere Dame nach einem Fußballspiel umgerannt und sie damit zum Pflegefall gemacht, was ihre Familie schon 400.000 Euro gekostet hat.
Margarethe Linseis, 85, aus Priem am Chiemsee in Bayern erlitt so schwere Hirnverletzungen, dass sie seit dem Unfall im August 2009 rund um die Uhr betreut werden muss.
Der Hooligan Paul Kelly aus Dublin war nach Salzburg gekommen um ein Spiel der Bohemians Dublin gegen FC Red Bull Salzburg zu sehen zu dem an die 500 irische Fußballfans angereist waren. Kelly betrank sich mit Freunden und versuchte dann das Rad einer Kellnerin zu stehlen.
Diese bemerkte seine Tat und verfolgte ihn. Auf der Flucht stieß Kelly Margarethe Linseis, die an einer Bushaltestelle stand, nieder. Sie fiel so unglücklich auf den Asphalt, dass sie sich schwer verletzte.
Paul Auböck, 23, der den Unfall beobachtet hatte, wollte Kelly stoppen, wurde jedoch von zwei von Kellys Freunden, Brendan Devlin, 22 und Mark Flynn, 20, bewußtlos geschlagen. Auböck unternahm jedoch nie rechtliche Schritte, da er sein Leben weiter leben und nicht zurück schauen wollte, wie er sagte.
In jener Nacht riegelte die Polizei die Stadt Salzburg ab, Kelly konnte jedoch zurück nach Irland flüchten und da Österreich mit Irland kein Auslieferungsübereinkommen hat, konnten die österreichischen Behörden nichts weiter unternehmen.
Im September 2010 wurde Kelly jedoch am Flughafen der spanischen Insel Ibiza festgenommen. Im Oktober 2010 folgte sein Gerichtsverfahren bei dem er zu sechs Monaten bedingter und einem Monat unbedingter Gefängnisstrafe und der Zahlung von 10.000 Euro Teilschmerzensgeld verurteilt wurde. Das eine Monat hatte er schon in Spanien abgesessen, weshalb er nach der Verhandlung sofort wieder heim nach Irland fliegen konnte.
Kelly hat im März 2011 erfolglos gegen das Urteil berufen.
Die Pflegekosten für Margarethe Linseis sind jedoch bereits auf 400.000 Euro angewachsen, wie ihr Sohn Wolfgang Linseis, 56, sagt. Seine Schwester hat ihren Job aufgegeben um sich 24 Stunden täglich um ihre Mutter zu kümmern. Dafür bekommt sie monatlich 650 Euro Pension.
Wolfgang erzählte: "Meine Mutter erlitt eine traumatische Hirnverletzung und einen Schädelbasisbruch, ist seither behindert und hat einen schweren Fall von posttraumatischer Persönlichkeitsveränderung erlitten. Ein Auge ist auch zerstört. Der behandelnde Neurologe sagte, dass es unmöglich sei, vorauszusagen, ob sie sich jemals wieder erholen wird."
"Der Vorfall hat das aktive Leben meiner Mutter und meiner Schwester zerstört. Wir erhielten zwar Unterstützung vom Opferschutzverein Weißer Ring und den Fans von FC Bayern, für die wir sehr dankbar sind. Trotzdem finden wir, dass zu wenig für Opfer von Fußball-Gewalt getan wird.
Auf einer Pressekonferenz im März 2011 hat Margarethes Familie die Stiftung "Roter Ritter" zur Hilfe von Opfern von Fußball-Gewalt gegründet, der sich um alle Aspekte des Opferschutzes – psychologische, finanzielle und rechtliche kümmern will. Dazu ist die Familie aber auf Spenden angewiesen.
Von Richard Wolf
Wir bedanken uns bei der Austria Presse Agentur für ihre Unterstützung bei diesem Projekt.
Journalism Without Borders half der Familie bei der Gründung des Vereins Roter Ritter durch Medienkontakte und Beratung und sammelt jetzt Spenden für die Finanzierung des Projekts.
Ihre Spende ist uns herzlich willkommen!
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